Es sind oft die Menschen hinter den Orten, die sie so besonders machen. In unserer Reihe „Persönlichkeiten aus der Region“ blicken wir genau auf diese Geschichten – auf Menschen, die mit viel Engagement und Herzblut etwas Einzigartiges schaffen. Daniela Mültner gehört definitiv dazu. Mit ihrem Ferienhof in der Rhön hat sie einen Ort aufgebaut, an dem Natur, Tiere, Menschen und echte Erlebnisse im Mittelpunkt stehen.
Doch hinter den liebevoll gestalteten Angeboten steckt weit mehr als „Urlaub auf dem Bauernhof“: Es ist ihre Vision, Kindern und Familien die Landwirtschaft wieder näherzubringen und dabei unvergessliche Momente zu schaffen.
Mit immer neuen Ideen, großem persönlichen Einsatz und einer spürbaren Leidenschaft für das, was sie tut, entwickelt sie ihren Hof stetig weiter. Im Interview erzählt sie uns, was sie antreibt, welche Projekte ihr besonders am Herzen liegen und warum die Rhön für sie der perfekte Ort dafür ist – besonders auch für ihr neues Projekt. Mehr zum Projekt erfahrt ihr am Ende dieses Beitrags.
Das Interview mit Daniela Mültner
Wenn man sich Ihren Hof anschaut, merkt man schnell: Hier steckt unglaublich viel Herzblut drin. Wie sind all diese Ideen entstanden und welche Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen?
Viele Ideen entstehen bei mir tatsächlich draußen – in der Natur, beim Sport, oft auch beim Triathlon. Dort bekomme ich den Kopf frei, tanke Kraft und plötzlich sind sie da, die nächsten Projekte. Seit 2021 gehe ich meinen Weg allein weiter, nachdem mein Mann verstorben ist. Die biologische Landwirtschaft, die er mit so viel Leidenschaft aufgebaut hat, ist aktuell in guten Händen verpachtet. Trotzdem bin ich den Abläufen nach wie vor sehr verbunden und gebe dieses Wissen auch gerne an unsere Gäste weiter, wenn wir gemeinsam hinter die Kulissen schauen.
Besonders am Herzen liegt mir alles, was Menschen verbindet und ihnen echte Erlebnisse schenkt. Unser Hof ist heute kein klassischer Milchviehbetrieb mehr – stattdessen leben hier unsere Streicheltiere, vom Esel über Ponys bis hin zu Hund, Katz und Maus, alle mit Namen und ganz eigenen Persönlichkeiten. Sie sind für mich eine große Bereicherung und machen den Hof zu dem Ort, der er heute ist.
Sie vereinen auf Ihrem Hof Urlaub, Erlebnisangebote und Bildungsarbeit. Wie schaffen Sie es, all diese unterschiedlichen Projekte unter einen Hut zu bringen – und was treibt Sie dabei jeden Tag an?
Ich schaffe das vor allem, weil ich nicht allein bin. Meine beiden Söhne Hannes und Nils, meine Familie und viele Freunde stehen voll hinter mir und unterstützen mich tatkräftig. Ohne dieses Netzwerk wäre vieles nicht möglich.
Natürlich ist es manchmal ein Balanceakt, aber ich sehe die einzelnen Bereiche nicht getrennt, sondern als etwas, das sich gegenseitig ergänzt. Was mich antreibt, ist der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen ankommen dürfen – ohne Druck, ohne straffen Zeitplan. Gerade weil ich selbst erfahren habe, wie es sich anfühlt, trotz vieler Menschen um sich herum manchmal allein zu sein, ist mir dieser Gedanke besonders wichtig.
Bei Ihren Angeboten dürfen Kinder den Bauernhof hautnah erleben – vom Tiere füttern bis zum Mitmachen. Was sind für Sie die schönsten Momente in der Arbeit mit den Kindern und was hat Sie dazu motiviert, dieses Angebot ins Leben zu rufen?
Die schönsten Momente sind die ehrlichen, ungestellten Reaktionen der Kinder. Wenn sie sich trauen, ein Tier zu streicheln, wenn sie Verantwortung übernehmen oder einfach unbeschwert lachen – das berührt mich jedes Mal.
Motiviert hat mich vor allem der Gedanke, einen Gegenpol zum oft durchgetakteten Alltag zu schaffen. Kinder – und auch Erwachsene – sollen hier wieder spüren dürfen, wie sich echtes Erleben anfühlt. Unsere Tiere spielen dabei eine ganz besondere Rolle, weil sie Ruhe ausstrahlen und sofort eine Verbindung schaffen.
Ihr Hof wirkt nach außen wie ein Ort zum Abschalten und Genießen. Wie sieht Ihr Alltag tatsächlich aus – und was unterschätzen viele an Ihrer Arbeit?
Der Hof ist ein Ort zum Durchatmen – aber mein Alltag dahinter ist alles andere als ruhig. Er ist vielfältig, manchmal auch herausfordernd und verlangt viel Organisation und Einsatz. Neben der Arbeit mit Gästen gibt es unzählige Aufgaben im Hintergrund.
Was viele unterschätzen, ist die emotionale Seite. Als Geschäftsfrau wird man von außen manchmal anders wahrgenommen, als man sich selbst fühlt. Gleichzeitig trage ich meine persönliche Geschichte mit mir – und finde dennoch jeden Tag die Kraft, weiterzumachen. Diese Kraft hole ich mir vor allem in der Natur und in der Bewegung.
Die Rhön ist für viele ein Sehnsuchtsort. Was bedeutet diese Region ganz persönlich für Sie – und was macht sie für Ihre Projekte so besonders?
Die Rhön ist für mich mehr als nur eine Region – sie ist ein Kraftort. Hier finde ich Ruhe, Weite und genau den Raum, den ich brauche, um neue Ideen entstehen zu lassen. Viele meiner Projekte – wie zuletzt das gemeinsame Wandern am 1. Mai – entstehen genau hier draußen.
Diese besondere Atmosphäre möchte ich auch weitergeben. Ich möchte Menschen zusammenbringen, ihnen einen Ort bieten, an dem sie sich aufgehoben fühlen und nicht allein sind. Einen Ort, an dem man einfach sein darf. Für mich ist die Rhön dafür der perfekte Platz.




Das neue Projekt: Gemeinsam Zeit verbringen, Kontakte knüpfen – Raum für Begegnungen
Für alle, die sich nach Gesellschaft sehnen, die Natur lieben und offen sind für neue Begegnungen und schöne Gespräche: Mit ihrem neuen Projekt möchte Frau Mültner Menschen zusammenbringen.
Gerade in der Region fühlen sich viele manchmal allein – doch damit ist man nicht allein. Die Treffen bieten die Möglichkeit, sich zu vernetzen, neue Freundschaften zu knüpfen und gemeinsam Zeit in der Rhön zu verbringen.
Das erste Treffen findet am 1. Mai unter dem Motto „Gemeinsam draußen unterwegs“ statt. Ab 13 Uhr geht es los mit einer Wanderung. Im Anschluss wird zusammen gegrillt, und bei einem Lagerfeuer mit Musik lasst ihr den Abend in gemütlicher Runde ausklingen. Treffpunkt und Start ist der Ferienhof Mültner, Hinterm Dorf, 97647 Nordheim / Rhön. Hier kommt ihr zur Anmeldung.
Für weitere schöne Angebote, wie z.B. im August “Schlafen unter dem Sternenhimmel der Rhön“ oder “Lernort Bauernhof” (Von der Krabbelgruppe, über Kindergarten-Kinder und Schulklassen, uvw.) schaut gerne auf der Homepage des Ferienhofes.
Ich bedanke mich bei Frau Mültner für das schöne und sehr interessante Interview. Persönlich hat mich ihre Geschichte, ihre Menschlichkeit und ihre Hingabe sehr berührt! Ich wünsche ihr alles Gute und viel Erfolg bei der Umsetzung und Bewältigung ihrer vielen schönen Projekte.


