Rhön-Grabfeld | Beitrag der Redaktion | 21. Februar 2026
Persönlichkeiten aus der Region zum Thema: Jugendförderung im Vereinssport

Wer einmal in eine Vereinshalle schaut, merkt schnell: Hier geht es um weit mehr als nur um Punkte und Pokale. Hier wachsen Freundschaften, hier lernen Kinder mit verschiedenen Situationen umzugehen. Gerade im Jugendbereich leisten Vereine einen unschätzbaren Beitrag für das Miteinander und die persönliche Entwicklung junger Menschen.

Doch wie gelingt es heute noch, Kinder und Jugendliche für Mannschaftssport zu begeistern? Welche Herausforderungen bringt der Alltag mit sich? Und was kann ein Sport wie Tischtennis jungen Menschen fürs Leben mitgeben?

Darüber haben wir mit Josef van Eckert gesprochen. Er ist seit 1974 im Verein TTC Mellrichstadt e.V. aktiv und seit 1987 Vorstand des Vereins. Seit vielen Jahren trainiert er die Jugendgruppe und begleitet Kinder und Jugendliche auf ihrem sportlichen Weg – mit viel Erfahrung, Leidenschaft und einem feinen Gespür dafür, was neben Technik und Training wirklich zählt.

Das Interview mit Josef van Eckert

Wir haben ihm einige Fragen rund um das Thema Jugendförderung im Vereinssport gestellt.

Du engagierst dich seit vielen Jahren im Tischtennisverein Mellrichstadt. Was motiviert dich persönlich, dich so intensiv für die Jugendarbeit im Verein einzusetzen?

Schon bevor ich meinen fachspezifischen Übungsleiterschein für Tischtennis vor 40 Jahren absolviert habe, merkte ich, dass mir die Trainingsarbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr viel Spaß bereitet. Ich hatte wohl auch einmal darüber nachgedacht, ob ich das hauptberuflich ausüben möchte, bin dann aber zu dem Schluss gekommen, dass beim parallelen Geld verdienen vielleicht der Spaß auf der Strecke bleibt. Gerne gebe ich Tipps, Hilfestellungen und Übungen vor, wie die Schlägerhaltung, die Schlagtechniken oder die Beinarbeit verbessert werden können. Es macht mir total Spaß, wenn die Kinder versuchen, die Tipps umzusetzen und ich beobachte, dass es auch Früchte trägt.

Welche besonderen Herausforderungen siehst du für Vereine in der Region, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche für Mannschaftssport zu begeistern und langfristig zu halten?

Für Vereine in der Region und auch für uns sehe ich das Problem, dass die Kinder und Jugendlichen so vielen medialen Reizen ausgesetzt sind, dass es zum Teil schwierig ist, sich neben den Hausaufgaben aufzurappeln, um einen Sport zu betreiben. Zudem gibt es zum Teil ein sehr vielfältiges Sportangebot, was die Entscheidung für eine Sportart nicht einfach macht und zudem dazu führt, dass sich wenige Interessenten auf viele Vereine verteilen. Im Tischtennis für den Mannschaftssport zu begeistern ist etwas schwieriger, da das Kind alleine seinem Gegner am Tisch gegenübersteht und selbst klarkommen muss. Nur von außen, dem Trainer oder den Mannschaftskameraden, kann es Unterstützung bekommen. Die Jugendlichen langfristig zu halten, ist erfahrungsgemäß äußerst schwierig, da sich sehr viele mit dem Einstieg in einen Beruf meist örtlich verändern müssen. 

Als Trainer leitest du gemeinsam mit Thomas das Jugendtraining zweimal pro Woche. Welche Werte und Fähigkeiten möchtet ihr den Kindern neben der sportlichen Technik vor allem mit auf den Weg geben?

Wichtig neben dem Vermitteln einzelner Schlagtechniken, dem Verbessern von Reflexen, der Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und der Kondition ist uns auch, dass die Heranwachsenden selbstbewusster werden sowie anständig, fair und respektvoll miteinander umgehen.

Mit Angeboten wie der Minimeisterschaft und den Stadtmeisterschaften schafft ihr  Zugänge zum Tischtennis. Warum sind solche Wettbewerbe für die persönliche und sportliche Entwicklung junger Menschen so wichtig?

Bei diesen Wettkämpfen müssen die jungen Menschen sehr viel mit dem Kopf arbeiten und sich sehr viel konzentrieren. Es genügt nicht, dass du einen Ball zurückspielen kannst. Du musst den Ball so spielen bzw. platzieren können, dass für dich daraus ein Vorteil entsteht oder dass du eine Schwäche des Gegners ausnutzen kannst. Am Ende steht die Erkenntnis, dass man mit geeigneten Rückschlägen/Antworten etwas erreichen kann, obgleich das Gegenüber die Schlagtechniken bereits besser erlernt hat. Das wiederum wirkt sich positiv auf die kognitiven Fähigkeiten und auf das eigene Selbstvertrauen aus.

Wenn du einen Blick in die Zukunft wirfst: Was wünschst du dir für die weitere Entwicklung der Jugendarbeit im Tischtennisverein Mellrichstadt und für den Nachwuchssport in der Region insgesamt?

Für die weitere Entwicklung der Jugendarbeit beim Tischtennisclub Mellrichstadt wünsche ich mir, dass die jungen Menschen noch lange Interesse und Spaß am Tischtennis finden und dass auch etliche davon eine enge und langfristige Bindung zum Verein aufbauen. Tischtennis ist ein herrlicher Sport, bei dem du gar nicht so bewusst wahrnimmst, dass du Sport betreibst. Für den Nachwuchssport in der Region insgesamt wünsche ich mir, dass sich viele Kinder sportlich betätigen und die Vereinsangebote wahrnehmen. Alles, was Spaß macht, ist gut. Wenn man sich dabei noch bewegt und so seinem Körper, seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden etwas Gutes tut, umso besser.


Vielleicht habt ihr jetzt selbst Lust bekommen, einmal Vereinsluft zu schnuppern – oder sucht noch nach dem passenden Sport für euren Nachwuchs? Dann lohnt sich ein Blick auf die Vereine in eurer Nähe.

Und eines ist sicher: Gerade im Jugendbereich freuen sich Vereine immer über Unterstützung. Fragt da auch gerne mal an.

Übrigens: Im TTC Mellrichstadt e.V. ist es sogar möglich, gemeinsam mit dem eigenen Kind oder Enkelkind regelmäßig Tischtennis zu spielen und aktiv Teil der Jugendgruppe zu sein. Schaut gerne mal auf die Homepage und kommt zu einem Probetraining vorbei.